Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum Aachen im Dezember 2016
Ausstellung
Vom fauchenden Fafnir zum Fahrzeug der Zukunft – Aachen und das Auto
bis 19. Februar 2017
Automobilstadt? Da denken die meisten an Wolfsburg oder Rüsselsheim. Dass auch Aachen ein bedeutender Standort der Automobilindustrie war und ist, wissen die wenigsten. Das ändert sich gerade: mit der Ausstellung „Vom fauchenden Fafnir zum Fahrzeug der Zukunft – Aachen und das Auto“ im Centre Charlemagne.
Auf etwa 400 Quadratmetern hat das Kuratorenteam viele interessante Exponate aus 120 Jahren Aachener Autogeschichte zusammengetragen. Dazu gehören Werbeanzeigen, Fotos und alte Firmenunterlagen. Im Mittelpunkt der Präsentation aber stehen zwei fast 100 Jahre alte Fahrzeuge der Marke Fafnir.
Fafnir, Cudell und Mannesmann-MULAG: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es gleich mehrere Autobauer in Aachen, die weltweit exportierten. Doch schon 1929, mit dem Schwarzen Freitag und der Weltwirtschaftskrise, war wieder alles vorbei mit den Markenautos aus Aachen. Die Manufakturen, die noch in Handarbeit produzierten, waren zu klein, um den großen Firmen zu trotzen. Dennoch blieb Aachen ein wichtiger Standort der Automobilforschung. Die 1870 gegründete Technische Hochschule konzentrierte seit jeher das geballte Know-How der Ingenieur- und Maschinenbaukunst.
Neue Antriebe, neue Werkstoffe: Die Forschung bleibt dran
So blickt die Ausstellung auch hinter die Türen der Aachener Hochschulforschung. Oft unter strenger Geheimhaltung wird dort nach neuen Lösungen für effiziente und umweltverträgliche Fahrzeuge, aber auch nach gänzlich neuen Verkehrskonzepten gesucht. Ob Elektromobil oder Hybridantrieb, die Ausstellung demonstriert anhand von Schaumodellen und Originalaggregaten, was in den Aachener Forschungslabors geschieht und wie die Zukunft möglicherweise aussehen wird. Durch die enge Vernetzung von Hochschule und Politik gehört Aachen zu den Vorreitern bei der Erprobung neuer Mobilitätskonzepte.
Eine Hauptverkehrsstraße am Dom?
Das Auto hat die Stadt verändert, und zum Glück wurden nicht alle Pläne in die Tat umgesetzt, etwa die Idee einer Hauptverkehrsachse, die den Verkehr direkt durch die Aachener Altstadt am Dom vorbeiführen sollte. Historische Dokumente der Stadt- und Verkehrsplaner zeigen die Anstrengungen, die im Sinne einer verkehrsgerechten Stadt unternommen wurden. Dabei wird auch an die Zeit der alten Straßenbahn erinnert. Wer die Aachener Tram selbst nicht mehr miterlebt hat, kann anhand spannender Objekte eintauchen in die Zeit der 1960er Jahre, in der sie noch zum Aachener Straßenbild gehörte.
Formel 1-Rennstrecken made in Aachen
Aachen als Schauplatz des Motorsports? Auch das hat es gegeben. Originale Filmaufnahmen decken das weitgehend vergessene Kapitel der Aachener Waldrennen auf. Eine Aachener Seifenkiste aus den 1960er Jahren erinnert an die publikumswirksamen Wettkämpfe jugendlicher Rennfahrer. Heute ist es vor allem der Bau von Formel 1-Rennstrecken in aller Welt, der Aachen mit dem Motorsport verbindet.
Die Ausstellung möchte jeden einladen, seine ganz persönliche Auto-Geschichte zu erzählen. Insbesondere in den 1950er Jahren war das Auto ein Inbegriff individueller Freiheit, der sich in der Erinnerung vieler mit persönlichen Erlebnissen verbindet: der erste Italien-Urlaub, der erste Kuss, die erste Fahrstunde.
Kuratorenteam:
Myriam Kroll, Holger Hermannsen, Prof. Dr. Frank Pohle
Katalog:
Zur Ausstellung ist ein Katalog in deutscher Sprache mit englischen Zusammenfassungen und zahlreichen Abbildungen erschienen, circa 128 Seiten, 14,90 Euro.
Öffentliche Führungen / „Vom fauchenden Fafnir zum Fahrzeug der Zukunft“
Samstag 03.12. / 10.12. / 17.12. 2016 um 16.00 Uhr
Sonntag 04.12. / 11.12. / 18.12. 2016 um 16.00 Uhr
Treffpunkt Museumskasse / nur Eintritt
Öffentliche Führungen / Dauerausstellung
samstags 14.00 Uhr und sonntags 12.00 Uhr
Treffpunkt Museumskasse / nur Eintritt
Donnerstag, den 08.12.2016, 18.00 Uhr
Vortrag von Prof. Dr. Frank Pohle, Leiter Route Charlemagne
„Acht Stunden am Tag ist die Schranke zu – Eisenbahn und Stadtentwicklung im Aachener Raum“
Ort: Auditorium im Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum Aachen, Katschhof
Nur Museumseintritt
Sa 03.12.2016 um 14.00 Uhr
„Aachens trockene Quellen – Geschichte anhand von Dokumenten“
Leitung: David Falke
So 04.12.2016 um 12.00 Uhr
„Stadtgeschichte im Wandel der Zeiten“
Leitung: Johanna Malich
Sa 10.12.2016 um 14.00 Uhr
„Stadtgeschichte im Wandel der Zeiten“
Leitung: Gerti Verwijst
So 11.12.2016 um 12.00 Uhr
„Immer wieder Wasser“
Leitung: Anja Haas
Sa 17.12.2016 um 14.00 Uhr
„Karl der Große und seine Pfalz“ Leitung: Julia-Anna Preisler
So 18.12.2016 um 12.00 Uhr
„Karl der Große – Macht und Mythos“
Leitung: Sigrid Stefener
Treffpunkt Museumskasse/ nur Eintritt




