„Liebe auf den zweiten Blick“
RWTH-Forscher berichten im Wissenschaftsmagazin „Science“ über das Potenzial von Kohlendioxid und Wasserstoff in der chemischen Synthese. Die beiden Gase Kohlendioxid (CO2) und Wasserstoff (H2) bilden ein ungleiches Paar: Während Kohlendioxid als Abfallprodukt der Nutzung fossiler Rohstoffe als Klimakiller angesehen wird, gilt Wasserstoff als ein Hoffnungsträger für die Nutzung und Speicherung von Energie aus regenerativen Quellen. Auch aus chemischer Sicht könnten die beiden Moleküle kaum unterschiedlicher sein: Wasserstoff ist hoch reaktiv, wie die bekannte Knallgasreaktion zeigt. Kohlendioxid hat hingegen nur wenig Neigung, neue Bindungen einzugehen. Gemeinsam mit Wasser bildet es beispielsweise nur temporär Kohlensäure. „Jüngste Forschungsergebnisse machen ein überraschendes Potenzial dieser Kombination für die Herstellung von Bausteinen und Produkten in der chemischen Wertschöpfungskette deutlich. Voraussetzung ist, dass moderne Katalysatoren hier quasi als Heiratsvermittler eine Liebe auf den zweiten Blick ermöglichen“, berichtet Professor Walter Leitner.

