Die Künstlerin Kiki Bragard wird 1967 in Aachen geboren. Sie besucht zwar in Aachen die Fachoberschule für Gestaltung, hat mit dem Malen aber erst richtig in Japan angefangen, während sie dort lebte. Ihr damaliger Arbeitgeber malte manchmal Karikaturen mit Acrylfarben und da Kiki leere Wände in ihrer Wohnung hatte, hat sie sich schließlich eine Leinwand gekauft und etwas für ihr zu Hause gemalt.

Kiki ist autodidaktische Kunstmalerin, in und um Aachen herum aufgewachsen. Sehr viele Jahre hat sie in anderen Ländern gearbeitet und gelebt. Die Welt ist ihre Inspiration. Ihren Schwerpunkt legt sie in freche, außergewöhnliche, farbenfrohe, figurative bis abstrakte Malerei oder Konstruktionen auf Leinwand in Acryl und anderen Medien.
Sie malt von Anfang an am liebsten mit Acrylfarben. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass die Farben nicht so lange zum Trocknen brauchen. Sie lassen sich gut verarbeiten und sie riechen nicht. Die Farben sind lebendig und es gibt unglaublich viele Farbtöne – was ihr ganz gut passt, da sie die Farben direkt aus der Tube benutzt und nicht mischt.
Ihre Kunst ist im heimischen Aachen genauso zu Hause wie weltweit, beispielsweise in Japan, USA, Polen oder in Spanien. Man findet ihre Werke sowohl in Einzel- als auch in Gruppenausstellungen. Seit 1997 stellt sie jedes Jahr ihre Kunst beispielsweise in Tokio im Metropolitan Art Museum aus.

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Kunstmalerei ist bereits seit 18 Jahren ihre Profession. Zwischen 1992 und 1994 ist Kiki des Öfteren mit dem (ihr damals unbekannten) Künstler Jiri Georg Dokupil in New York zusammen unterwegs, der zu dieser Zeit seine großen, berühmten Reifen-Bilder malt. Die Farb-Kombi von einem Werk, an dem er einmal gerade in seinem Studio in Greenwich Village arbeitete, empfindet Kiki als so spektakulär und anregend, dass ihr erstes Bild in Tokio den Farbcode Hellgrau, Rot, Gelb enthält.

Als sie 1999 von Japan nach London zieht hat sie noch weniger Platz als in Tokyo und malt vorerst nur noch auf sehr kleinen Leinwänden. Während einer Autofahrt von Brighton nach London findet sie grundlegende Inspiration, als sie sich während dieser Fahrt einen Reifen platt fährt. So kommt sie zu einem originellen Material für eine neue Serie: Den abgeriebenen Gummi aus der Reifeninnenseite. Alle Bilder der Rubber-Abstractions-Serie bestehen aus diesen schwarzen Gummikrümeln, Lack und Acrylfarbe.

2001 hat Kiki von der Großstadt die Nase voll und zieht nach Herzogenrath, wo sie weiterhin abstrakt malt, allerdings so wenig Inspiration findet, wie nie zuvor. Ihre Inspiration litt schon in London gewaltig – Japan mit all den Materialien und Eindrücken war einfach zu überwältigend. Aber Deutschland…

Zufällig besucht sie 2003 in Aachen eine Ausstellung des peruanischen Künstlers Antonio Maro. So wunderbare abstrakte Kunstwerke hat sie lange nicht gesehen! Grandios inspiriert fährt sie nach Hause und fängt mit ihrer Windkrafträder-Serie an – die zu Ehren Maros alle „Marorad“ im Titel haben. Windkrafträder sieht sie 2001 das erste Mal in den Feldern um Herzogenrath. Die Größe und das Aussehen beindrucken sie – vor allem bei Sonnenauf– oder Untergängen.
Von da an werden ihre Bilder stets figurativer. Eine Serie mit japanischen Kanji-Wörtern folgt, in der jedes Wort einen Abschnitt ihres 5-jährigen Aufenthalts in Japan beschreiben und sie beginnt, die ersten Städte zu malen - allerdings sehr abstrakt!

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2010 verspürt Kiki dann das dringende Gefühl, etwas Neues lernen zu wollen. Ein Graffiti-Workshop weckt ihr Interesse. „Graffiti-City“ ist mein erstes gesprühtes Bild. Anfangs benutzt sie Sprühfarbe nur um Acrylfarbe in ihrer „You“ Serie, mit der sie 2010 anfängt, zu manipulieren. Seit 2011 benutzt Kiki Sprühfarbe aber auch, um besondere Himmel auf mit Acrylfarbe gemalten Städten zu kreieren, oder sprüht die ganze Stadt. Weiterhin gestaltet und entwirft Kiki originelle und kreative Souvenirs (Städteartikel/ Merchandise) von Aachen und der Welt. Diese stellt sie in Handarbeit her. Die meisten ihrer großformatigen Kunstwerke sind als Magnete in Postkartengröße, Taschenspiegel, XXL Schneekugel oder Baumwoll-Einkaufstasche erhältlich und in den Formen auch als Geschenk äußerst beliebt!

Seit Februar 2013 besitzt sie einen Kanarienvogel aus zweiter Hand. Sie nennt ihn "Kacki". Er fliegt den ganzen Tag fröhlich in ihrem Studio umher und ist recht neugierig. Er singt schön und liefert ihr viel Inspiration. Seitdem hat sie eine Reihe von Bildern über ihn gemalt und er taucht in einigen ihrer neuen Stadtbilder auf.

Zum Abschluss möchte ich Kiki zitieren:

„Ich möchte Spontanität einfangen. Ein Ort soll auch echt aussehen, wenn ich Gebäude nebeneinander male, die in Wirklichkeit an verschiedenen Stellen in einer Stadt stehen oder eigentlich eine andere Farbe haben, als in der ich sie male. Perspektive ist in meinen Bildern ein wichtiger Faktor. Ich ignoriere vollkommen Licht und Schatten - trotzdem haben meine Bilder eine unendliche Tiefe. Die Hauptzutat, die meinen Bildern den einzigartigen Wiedererkennungseffekt verleihen, sind die schwarzen Umrandungen aller Gebäude, Türen, Fenster, Bäume, Steine, Wellen und allen anderen Details. Daher ist selbst ein Stadtbild, das ich mit der Dose sprühe, eindeutig als mein Werk erkennbar und somit unverkennbar!“

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Text: (c) Bettina Berg + (c) Kiki Bragard

Fotos: (c) Kiki Bragard