Kunstpause wieder vor Ort!
Ein Werk in 15 Minuten
Dienstags von 13.00 – 13.15 Uhr
Lust auf Abwechslung in der Mittagspause und neue Bekanntschaften? Dann machen Sie doch eine Kunstpause im Suermondt-Ludwig-Museum!
Dort erwartet Sie ein Speed-Dating der besonderen Art: In nur 15 Minuten lernen Sie ein Meisterwerk der Kunstgeschichte kennen.

Folgen Sie uns!
@suermondtludwig auf Facebook und Instagram und auf dem YouTube Kanal „aachen macht kultur"

Di, 07.06., 13.00 – 13.15 Uhr
Nördliche Niederlande (Utrecht?)
Versuchung des Hl. Antonius, nach 1520
Eichenholz, farbig gefasst

Das aus drei blockverleimten Brettern bestehende Eichenholzrelief zeigt den Eremiten Antonius, der vor seiner Klause in einem Wald sitzt und von zahlreichen Ungeheuern bedroht wird, einem Schuppentier, einem Drachen mit herabhängenden weiblichen Brüsten, einem krallenfüßigen Wesen in Mönchskleidung. Der spätmittelalterliche Bildschnitzer stellt die inneren Versuchungen des Hl. Antonius als von außen auf diesen einwirkende, ungeheuerliche Mischwesen dar. Dieses Thema, das in der Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts häufiger vorkommt, ist in der mittelalterlichen Skulptur selten anzutreffen. Insofern handelt es sich bei diesem Stück um ein Highlight der Aachener Sammlung.
Mit Dr. Dagmar Preising

di, 14.06., 13.00 – 13.15 Uhr
Johann Heiss, zugeschrieben (Memmingen 1640 – 1704 Augsburg)
Diana im Bade
Öl auf Leinwand

Der Sprung ins kalte Wasser - ein barockes Badevergnügen
„Jedes Bad ist eine leibliche Wiedergeburt." - dieses Bonmot von Karl Julius
Weber kann man in Aachen nicht zuletzt dank der heilsamen Quellen gut nachvollziehen. Gerade bei den sommerlichen Temperaturen verschafft der Sprung ins kühle Nass Linderung und auch die Göttin der Jagd Diana nutzt in unserem Gemälde einen schattigen Quell zur Rast mit ihren Gefährtinnen.
Diese reichen der ermatteten Herrin erfrischende Früchte, die bisherige Jagdbeute ist linkerhand stilllebenhaft aufgeschichtet.
Wohl von dem süddeutschen Barockmaler Johann Heiss geschaffen, setzt dieser die Begebenheit nach Ovids Metamorphosen delikat und farbenfroh in Szene. Tauchen Sie mit uns ein in die belebenden Fluten der Kunstpause!
Mit Vincent Rudolf

Di, 21.06., 13.00 – 13.15 Uhr
Jacques de Backer (Antwerpen um 1545/50 – vor 1600 Antwerpen)
Apoll verrät Vulkan den Ehebruch der Venus
Öl auf Leinwand

Ein gehörnter Ehemann, eine untreue Ehefrau und ein Verräter: eine äußerst pikante Dreiecksgeschichte spielt sich in diesem Bild ab. In den Hauptrollen Apoll, der Sonnengott, Vulkan, der Gott der Schmiede und Venus, die als Göttin der Liebe mit dem Kriegsgott Mars erwischt wird. Die geheime Affäre hat Vulkan durch eine besondere List aufgedeckt. Er schuf ein unsichtbares Netz und umgab damit das Bett seiner Frau. Als Venus wieder einmal Mars empfing, blieben die beiden in verfänglicher Position in dem Netz hängen. Um die Demütigung perfekt zu machen, lud Vulkan alle Götter in Venus' Schlafzimmer ein, damit sie das gefangene Paar begutachten konnten. Apoll, der die beiden verraten hat, wird aus Rache von Amors Pfeil getroffen. Die Redensart „in flagranti" könnte hier nicht besser passen, bedeutet sie übersetzt „solange das Verbrechen noch brennt". Es geht also heiß her, nicht nur in Vulkans Schmiede!
Mit Sarvenaz Ayooghi

Di, 28.06., 13.00 – 13.15 Uhr
Chorgestühls-Sitzbrett (Fragment) mit figürlich gestalteter Miserikordie (halbfiguriger junger Mann) flämisch, um 1530-1550
Eiche


„Halt Du doch die Klappe!!!!!!"

Aus schriftlichen Quellen ist bekannt, dass die Klappsitze der Chorgestühle in Kloster- und Stiftskirchen schon seit dem 11. Jahrhundert mit „Miserikordien" ausgestattet waren. Bei letzteren handelt es sich um einfache, schmucklose oder auch profilierte und reich beschnitzte Konsolen, die auf der Unterseite der Klappsitze angebracht waren. Diese architektonischen Elemente zeigen eine reiche Bilderwelt. Neben Themen aus dem alten Testament und aus der christlichen Symbolik (Pelikan usw.) wurden die Konsolen oft mit sehr „unkatholischen" Motiven ausgestattet, die der Mythologie oder Tierfabeln, wohl auch derben volkstümlichen Schauspielen entnommen sein konnten. Meist werden gesellschaftlich geächtete, negative Verhaltensweisen und geradezu Obszönitäten dargestellt. In unserem Fall handelt es sich um die Büste eines nackten, jungen, langhaarigen Mannes, der die Miserikordie mit nach oben gestreckten Armen zu halten scheint. Es könnte sich um den alttestamentarischen Samson oder um die antiken Helden Herkules bzw. Perseus handeln.
Im hochgeklappten Zustand des Sitzes konnten sich die Mönche/Nonnen während der Stehzeiten bei der Feier der Liturgie mit ihrem Gesäß auf den Miserikordien aufstützen. Letztere waren ursprünglich wohl nur für ältere, kranke oder geschwächte Mönche bzw. Chorherren bzw. Nonnen gedacht. Beim Hoch- oder Herunterklappen des Sitzbrettes sollte möglichst kein Lärm gemacht werden, um den Ablauf der Heiligen Messe nicht zu stören. Die Ordensleute bewegten deshalb die Sitzbretter vorsichtig nach oben und unten, indem sie „die Klappe hielten". Diese ursprüngliche Redensart ist auch noch heute üblich, wenn man meint, jemand soll „keinen Lärm machen" bzw. in der heute etwas veränderten Bedeutung: „sei still, halte Deinen Mund" (= umgangssprachlich „Klappe").
Mit Michael Rief

 

Öffentliche Themenführungen / Dauerausstellung
Museumseintritt zzgl. Führung 2,00 Euro
Treffpunkt Museumskasse

Samstag, 04.06.2022 15.00 Uhr:
„Caravaggismus: Die Rezeption in Süd und Nord"
Mit Georg Tilger

Sonntag, 05.06.2022 12.00 Uhr:
„Blaue Tomaten und grüne Gesichter, Impressionismus und Expressionismus"
Mit Dr. Josef Gülpers

Samstag, 11.06.2022 15.00 Uhr:
„Malerei im Wandel: Vom Biedermeier bis zur Klassischen Moderne"
Mit Alexandra Simon-Tönges
Sonntag, 12.06.2022 12.00 Uhr:
„Licht und Schatten im Gemälde"
Mit Veronika Grundei

Samstag, 18.06.2022 15.00 Uhr:
„Zeit im Bild. Ein Rundgang durch die Epochen"
Mit Dr. Gudrun Liegt-Raditschnigg

Sonntag, 19.06.2022 12.00 Uhr:
„Die Bürgerliche Wunderkammer und Highlights der Sammlung"
Mit Karl-Heinz Jeiter

Samstag, 25.06.2022 15.00 Uhr:
„Kleidung und Mode im Wandel der Zeit"
Mit Kathrin Philipp-Jeiter

Sonntag, 26.06.2022 12.00 Uhr:
„Von der Villa Cassalette zum Suermondt-Ludwig-Museum"
Mit Lydia Konnegen

Öffentliche Senioren*innenführung / Dauerausstellung
Museumseintritt zzgl. Führung 2,00 Euro
Treffpunkt Museumskasse

Donnerstag, 16.06.2022 11.00 Uhr:
„Die Aachener Künstler im SLM"
Mit Veronika Grundei

 

Digitale Führung

Skulptur, Malerei und Kunsthandwerk: Ein Museumsbesuch von zuhause aus!
Via Zoom wird ein digitaler Rundgang durch die Räume des Museums angeboten: Raumansichten sowie Abbildungen ausgewählter Werke der Sammlung werden live in einer Zoom-Führung vorgestellt. Die Teilnehmenden können sich, wie in einer analogen Führung auch, aktiv durch Beiträge und Fragen beteiligen.

Donnerstags, 18.00 Uhr

02.06.2022 mit Juliane Becker
09.06.2022 mit Alexandra Simon-Tönges
16.06.2022 wegen Feiertag keine digitale Führung
23.06.2022 mit Lydia Konnegen
30.06.2022 mit Juliane Becker

Die öffentlichen digitalen Führungen finden via Zoom statt. Der benötigte Einwahllink wird Ihnen nach der Anmeldung zugeschickt. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldung erbeten unter:
Museumsdienst Aachen
Tel. 0241/432-4998
oder: museumsdienst@mail.aachen.de
Servicezeiten:
Dienstag, Donnerstag u. Freitag
09:00 - 14:00 Uhr
Mittwoch
09:00 - 12:00 Uhr
14:00 - 17:00 Uhr

SERVICE:
Suermondt-Ludwig-Museum
Wilhelmstr. 18, 52070 Aachen
Tel.: +49 241 47980-40
Fax: +49 241 37075
info@suermondt-ludwig-museum.de
www.suermondt-ludwig-museum.de

Das Suermondt-Ludwig-Museum ist der „Salon" der Aachener. In einem prachtvollen Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert sind kostbare Sammlungen untergebracht. Herausragend ist die mittelalterliche Skulpturensammlung, eine der bedeutendsten in Deutschland. Auch holländische Meister der Barockzeit sind hier

exzellent vertreten. Dazu gibt es eine kleine, feine Sammlung von Gemälden des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, ein Kupferstichkabinett und eine riesige Kollektion kunsthandwerklicher Stücke.