Der Schmerz des Vaters?

Die Trinitarische Pietà zwischen Gotik und Barock

Zu einer Skulptur aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig

22.01. – 24.04.2022

Eröffnung: Freitag, den 21.01.2022 um 18 Uhr

Anmeldung erforderlich unter: eventslm@mail.aachen.de oder  0241 4798022

Ausgangspunkt für diese Kabinettausstellung sind vier Skulpturen aus dem Bestand des Suermondt-Ludwig-Museums, darunter eine aus der großen Schenkung Peter und Irene Ludwig von 1977, sowie ein Cartapesta-Relief und eine Ofenkachel, die ebenfalls zu den Städtischen Sammlungen gehören. All diesen Stücken ist gemeinsam, dass sie Gottvater mit dem lebend-toten Schmerzensmann zeigen. Zu dieser besonderen, heute kaum noch allgemein bekannten Ikonographie gehört auch die Taube des Heiligen Geistes, die sich jedoch oftmals nicht erhalten hat. Dieses Trinitätsbild, das als Trinitarische Pietà bezeichnet werden kann, war im 15. und frühen 16. Jahrhundert nördlich der Alpen sehr beliebt und weit verbreitet. Wird der Schmerz des Vaters dargestellt oder vielmehr sein Erbarmen? Welche inhaltliche Aussage ist überhaupt mit diesem Andachtsbild verbunden? Wie unterscheidet es sich von einer anderen, auch oftmals dargestellten Variante der Trinität, dem sogenannten Gnadenstuhl?

Diese Fragen können angesichts der Kaminraum-Ausstellung diskutiert werden.

Auch einige barocke Werke werden in die Präsentation mit einbezogen, um das Weiterleben der trinitarischen Bildthematik zu verdeutlichen.

 

Lindenholz, Polychromie entfernt, ehem. Sammlung Peter und Irene Ludwig – Foto: Anne Gold, Aachen

Zur Ausstellung erscheint ein ausführlicher Katalog zum Preis von 39,95 €.

Rahmenprogramm:

Dienstag, den 15. März 2022, um 19 Uhr

Vortrag mit Dr. Dagmar Preising:

Trinitarische Pietà – Eine spätmittelalterliche Bilderfindung und ihr Fortwirken

Ort: Suermondt-Ludwig-Museum

KuratorInführungen mit Dr. Dagmar Preising:

Sonntag, den 30. Januar 2022, um 12 Uhr

Sonntag, den 3. April 2022, um 12 Uhr

Sonntag, den 24. April 2022, um 12 Uhr

 

In Corona-Zeiten kommt die Kunstpause digital nach Hause. Jeweils dienstags um 13.00 Uhr wird ein Video online gestellt, in dem Kurator*innen in knapp zwei Minuten erstaunliche Werke erklären.

 

Di, 11.01., 13.00 – 13.15 Uhr

Werkstatt Judocus de Vos (1661/62–1734), nach Vorlagen Jan van Orleys (1665-1735) Venus und Adonis, Brüssel um 1720, Wolle und Seide

„Sanft auch bettet das Gras" - eine luftige Liebeslaube

Eingebettet in eine idyllische Landschaft rastet der junge Jäger Adonis auf den Knien der Liebesgöttin Venus. Amoretten richten eine Draperie als Sonnen- und Sichtschutz auf, während sich die Ferne in Wiesen und Wäldern verliert. Die hier dargestellte, mythologische Szene basiert auf einer Schilderung der Metamorphosen des Ovids und lässt noch nicht von dem tragischen Schicksal des Jünglings erahnen. Meisterhaft wurde die Erzählung als Wandbehang in einer der berühmtesten zeitgenössischen Brüsseler Werkstätten umgesetzt, nämlich derjenigen des Judokus de Vos. Über dieses äußerst seltene Stück, seine mutmaßlich illustre Provenienz und die diffizile Technik der Bildwirkerei erfährt man

mehr in der Kunstpause digital.

Mit Vincent Rudolf

DI, 18.01., 13.00 – 13.15 UHR

Franz von Lenbach (1836 Schrobenhausen (Oberbayern) - 1904 München), Fürst Bismarck 1894, Öl auf Leinwand

Im Jahr 1874 begegnete Franz von Lenbach Otto von Bismarck das erste Mal. Zwischen Reichskanzler und Malerfürst entstand eine lebenslange Verbundenheit, die Lenbach schnell den Spitznamen „Bismarck-Maler" eintrug und ihm den beißenden Spott einiger Karikaturisten einbrachte. In zig Fassungen malte er den „eisernen Kanzler" in leicht variierenden Nuancen als Brust-, Hüft- oder Kniestück, immer mit dem Ansinnen, sein Modell der öffentlichen Erwartungen an einen Kanzler entsprechend darzustellen und zugleich auch dem Menschen Otto von Bismarck hinter dem Amt gerecht zu werden. Tatsächlich prägen seine vielfältigen Bismarck-Porträts bis heute das öffentliche Bild des Reichskanzlers.

Mit Wibke Birth

DI, 25.01., 13.00 – 13.15 UHR

Govaert Flinck (Kleve 1615 – 1660 Amsterdam)

Christus mit dem Kreuz, ca. 1649, Öl auf Leinwand

Happy Birthday, Govaert Flinck! Heute vor 407 Jahren wurde der Maler in Kleve am Niederrhein in eine wohlhabende, mennonitische Familie geboren. Mit 15 Jahren ging er bei Lambert Jacobsz. in Leeuwarden in die Lehre, reiste von dort weiter nach Amsterdam, wo er sich ca. 1633 niederließ und auf Rembrandt traf. Beide führten vor allem Porträts aus, allerdings hatte Flinck eindeutig die bessere Reputation als Maler. Das Gemälde „Christus mit dem Kreuz" ist vor allem wegen seiner spannenden Restaurierungsgeschichte interessant: Das Bild war zu einem unbekannten Zeitpunkt einer so genannten „Totalübertragung" unterzogen worden. Bei dieser Maßnahme wird zunächst der originale Bildträger, in diesem Fall ein textiles Gewebe, entfernt und anschließend durch eine Leinwand ersetzt. Eine zerstörerische Maßnahme, bei der großflächige Teile der Malschicht und wichtige Informationen über die Entstehung und den Aufbau des Gemäldes verloren gingen. Dank eines engagierten und umfangreichen Restaurierungsprojektes im Jahr 2007 erstrahlt das Gemälde nun wieder in „altem" Glanz.

Mit Sarvenaz Ayooghi

 

Öffentliche Führungen / Dauerausstellung

Museumseintritt zzgl. Führung 2,00 Euro

Treffpunkt Museumskasse

Samstag, 1. Januar, 15 Uhr Highlights der Sammlung,

Sonntag, 2. Januar, 12 Uhr Highlights der Sammlung,

Samstag, 8. Januar, 15 Uhr Highlights der Sammlung,

Sonntag, 9. Januar, 12 Uhr Highlights der Sammlung,

Samstag, 15. Januar, 15 Uhr Highlights der Sammlung,

Sonntag, 16. Januar, 12 Uhr Highlights der Sammlung,

Samstag, 22.Januar, 15 Uhr Highlights der Sammlung,

Sonntag, 23.Januar, 12 Uhr Highlights der Sammlung,

Samstag, 29. Januar, 15 Uhr Highlights der Sammlung und

Sonntag, 30. Januar, 12 Uhr „Der Schmerz des Vaters. Die Trinitarische Pietà zwischen Gotik und Barock"

Die Teilnahme an den Führungen bedarf zurzeit noch der Voranmeldung, da aufgrund der Corona-bedingten Auflagen nur eine bestimmte Zahl an Plätzen zur Verfügung steht.
Anmeldung beim Museumsdienst der Stadt Aachen unter Tel.: +49 241 432-4998, Fax: +49 241 432-4989 oder per Mail an museumsdienst@mail.aachen.de

Servicezeiten:

Di, Do und Fr 9 – 14 Uhr

Mi 9 – 12 Uhr und 14 – 17 Uhr

SERVICE:

Suermondt-Ludwig-Museum

Wilhelmstr. 18, 52070 Aachen

Tel.: +49 241 47980-40

Fax: +49 241 37075

info@suermondt-ludwig-museum.de

www.suermondt-ludwig-museum.de

Das Suermondt-Ludwig-Museum ist der „Salon" der Aachener. In einem prachtvollen Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert sind kostbare Sammlungen untergebracht. Herausragend ist die mittelalterliche Skulpturensammlung, eine der bedeutendsten in Deutschland. Auch holländische Meister der Barockzeit sind hier exzellent vertreten. Dazu gibt es eine kleine, feine Sammlung von Gemälden des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, ein Kupferstichkabinett und eine riesige Kollektion kunsthandwerklicher Stücke.