RWTH

Alexander Dreier, Oscar Pochhammer und Jan Kietzmann sind die Sieger der diesjährigen Innovation Challenge „Meet the Circular Economy“ an der RWTH Aachen. Schaumstoffmatratzen, die chemisch recycelt werden, um neue Matratzen herzustellen – und das im großen Maßstab.

Mit diesem Konzept gewannen die Studierenden Alexander Dreier, Oscar Pochhammer und Jan Kietzmann die Innovation Challenge „Meet the Circular Economy“ der RWTH Aachen. Der Wettbewerb bildet den Abschluss der gleichnamigen Ringvorlesung von Professorin Sandra Venghaus, Lehr- und Forschungsgebiet Ökonomie der Nachhaltigkeit. Die Lehrveranstaltung wird unterstützt vom Center für Circular Economy der RWTH, dem Bioeconomy Science Center und der Koordinierungsstelle BioökonomieREVIER.

 

Elf Unternehmen stellten im Sommersemester ihre Nachhaltigkeitskonzepte vor und gaben Einblicke in die Herausforderungen bei der Entwicklung und Umsetzung kreislauforientierter und biobasierter Prozesse. Dabei waren Global Player ebenso vertreten wie Start-ups und mittelständische Unternehmen. Ihre Themen umfassten etwa die Dekarbonisierung der Zementindustrie, das chemische Recycling von PET-Textilfasern oder nachhaltige Prozesstechnologien für die Nahrungsmittelproduktion und die Verwertung der dort anfallenden Restströme.

 

Die Studierenden sollten Lösungsansätze für die Herausforderungen der Unternehmen entwickeln. Anschließend traten sie in Teams gegeneinander an und präsentierten ihre Ergebnisse. Die Jury, bestehend aus Professorin Ingar Janzik (FH Aachen/FZ Jülich/BioSC Geschäftsstelle), Dr. Tobias Recker und Jeffrey Momoh (beide RWTH Innovation) sowie Dr. Florian Siekmann (FZ Jülich), zeichnete die drei besten Teams auf der Grundlage von Kreativität, Machbarkeit und Qualität der Präsentation aus.

 

Als Gewinner wurden Alexander Dreier, Oscar Pochhammer und Jan Kietzmann ausgezeichnet, die eine Challenge der Firma Covestro bearbeitet hatten. Sie präsentierten ein Konzept, das das chemische Recycling von Schaumstoffmatratzen für die Herstellung neuer Matratzen im großen Maßstab ermöglichen soll. Dafür identifizierten sie Firmen, die das Sammeln und Schreddern gebrauchter Schaumstoffmatratzen und das Zerlegen des Schredderguts schon heute anbieten, und analysierten die Kooperationsmöglichkeiten für Covestro.

 

Platz zwei belegten Selin Karaykas, Marc Lauszus und Sarah Samens für die Bearbeitung einer Challenge der Firma Remondis. Sie schlugen ein Businessmodell für eine maximale Kreislaufführung im Fahrzeugbau vor, das wertvolle Rohstoffe in Europa halten soll. Bei diesem Modell zahlt der Kunde nur für die Nutzung des Fahrzeugs. Alle Materialien gehören einer Treuhand, zu der sie immer wieder gegen Prämienzahlungen zurückgeführt werden. Die größte Erlösquelle für die Hersteller wäre dann die Demontierbarkeit der Fahrzeuge und die Wiederverwertbarkeit der Teile. Der dritte Platz ging an Tarik Demirkol, Annika Harms und Maximilian Kalies, die ein Nachhaltigkeits-Empfehlungstool für die Konstrukteure der Firma Mercedes konzipiert hatten, das verschiedene Faktoren wie Gewicht, Kosten und CO2-Bilanz berücksichtigt.

 

Die Ringvorlesung „Meet the Circular Economy“ findet seit 2022 statt und ist für alle Interessierten zugänglich. Sie wird auch im nächsten Sommersemester wieder angeboten. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite zu der Ringvorlesung und der Webseite des Lehr- und Forschungsgebiets Ökonomie der Nachhaltigkeit.