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Mit der Eröffnung der Learning Factory Bergbau 4.0 verfügt das Institute for Advanced Mining Technologies (AMT) der RWTH Aachen nun über eine neue Lehr-, Forschungs- und Entwicklungsumgebung für den Bergbau der Zukunft.

Die praxisnahe Infrastruktur verbindet reale und digitale Technologien des modernen Bergbaus mit kompetenzorientierter Lehre und schafft neue Möglichkeiten für Forschung, Innovation und Transfer.

Als Professorin Elisabeth Clausen im März 2018 an die RWTH Aachen kam, hatte sie eine klare Vision: eine Learning Factory Bergbau 4.0 als praxisnahes Lehr-, Lern- und Forschungsareal, in dem Studierende Technologien des modernen Bergbaus nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern unmittelbar erproben können. Acht Jahre später wurde diese Vision mit der Eröffnung der Learning Factory Bergbau 4.0 nun Realität.

Clausen kam 2018 als bundesweit erste Professorin im Bereich der Rohstoffgewinnung an die RWTH. Von Beginn an verfolgte sie das Ziel, am Institut eine Umgebung zu schaffen, die moderne Bergbautechnologien, digitale Anwendungen und kompetenzorientierte Lehre zusammenführt. Die Umsetzung der Vision wurde finanziell durch die Ulrich-Thiele-Stiftung unterstützt.

Foto: RWTH

Bild: Prof. Ulrich Rüdiger, Prof. Elisabeth Clausen und Ulrich Thiele

„Ich freue mich, dass dieses Projekt so erfolgreich umgesetzt wurde und bin allen Beteiligten sehr dankbar, dass sie dieser Vision vertraut und sie mit so viel Engagement und Beharrlichkeit mitgetragen und umgesetzt haben“, sagte Professorin Elisabeth Clausen auf der Eröffnungsfeier.

Die Learning Factory Bergbau 4.0 schafft eine Infrastruktur, in der Studierende und Forschende an konkreten Fragestellungen des Bergbaus arbeiten können. Reale und digitale Technologien einer Bergbau-4.0-Umgebung werden hier in einer praxisnahen Lernumgebung miteinander verbunden. Die flexibel kombinierbaren Module ermöglichen es, Technologien zu entwickeln, zu testen und in größere technische Zusammenhänge einzubinden – sowohl in Lehrveranstaltungen als auch im Selbststudium. So erleben Studierende modernes „Learning by Doing“ und entwickeln früh eigene Lösungen für die Herausforderungen des Bergbaus.

„Ein Kernaspekt der Learning Factory ist es, Menschen, Prozesse und Räume zusammenzubringen“, erklärt Clausen. „Wir schaffen eine Arbeits- und Lernumgebung, in der Studierende Technologien nicht nur sehen oder erklärt bekommen, sondern sie selbst anwenden, erproben und weiterdenken können.“

„Die Learning Factory Bergbau 4.0 ist ein innovatives Element des AMT und Ausdruck des interdisziplinären, exzellenten Forschungs-, Lehr- und Transferanspruchs der RWTH“, sagte RWTH-Rektor Professor Ulrich Rüdiger. „Mit ihrem einzigartigen Konzept steigert sie zugleich die Attraktivität der RWTH für exzellente Studierende im Bergbau.“

Ziel der Learning Factory ist es, Studierende praxisnah auf die Anforderungen des modernen Bergbaus vorzubereiten. Im Mittelpunkt steht eine kompetenzorientierte Lehre, die technisches Wissen, kritisches Denken und Verantwortungsbewusstsein miteinander verbindet.

„Educating engineers who can engineer – das ist unser Anspruch“, sagte Clausen. „Für einen innovativen Bergbau brauchen wir hervorragend ausgebildete Ingenieurinnen und Ingenieure. Deshalb fördern wir neben Fachwissen auch Neugier, Eigenverantwortung und Gestaltungsfähigkeit.“

Technisch basiert die Learning Factory auf flexiblen, modularen Lehr- und Lernelementen. Cyber-physische Basismodule lassen sich mit verschiedenen bergbaubezogenen Applikationsmodulen kombinieren und können in Lehrveranstaltungen ebenso eingesetzt werden wie im Rahmen von Abschlussarbeiten.

Auch Ulrich Thiele, Stifter der Learning Factory Bergbau 4.0 und seit 2018 Ehrenbürger der RWTH, würdigte die Entwicklung des Projekts: „Man lernt heute einfach anders als damals. Deshalb war die Learning Factory Bergbau 4.0 eine spannende Vision, und ich freue mich zu sehen, was daraus geworden ist.“