Erinnerungskultur in Aachen: Vortrag zu Wegen gegen das Vergessen und Stolpersteinen am 15. Januar 2026. Die Zahl antisemitischer Vorfälle in NRW ist massiv gestiegen: Die Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) dokumentierten im Jahr 2023 664 antisemitische Vorfälle.
Das ist ein Anstieg von 152 Prozent im Vergleich zu 264 Fällen im Vorjahr. Die Art der Anfeindungen reichten von Diskriminierung über gezielte Sachbeschädigung bis hin zu Bedrohungen und tätlichen Angriffen.
Aus diesem Grund hat die RWTH im vergangenen Jahr eine Veranstaltungsreihe etabliert, bei der über die verschiedenen Formen des Antisemitismus' informiert wird. Sie soll Vorurteilen und antisemitischen Vorfällen entgegenwirken und so letztlich dafür Sorge tragen, dass die RWTH für alle Studierenden und Mitarbeitenden ein sicherer Ort zum Lehren, Forschen und Zusammenleben ist und bleibt.
Im Rahmen dieser Reihe findet am Donnerstag, 15. Januar 2026, um 19 Uhr ein Vortrag im Hörsaal HKW1, Wüllnerstraße 1, statt. Unter dem Titel „Erinnerungskultur in Aachen – Dezentrale Spuren am Beispiel der ‚Wege gegen das Vergessen‘ und der Stolpersteine“ beleuchtet die Veranstaltung Formen des lokalen Erinnerns an die Zeit des Nationalsozialismus.
Im Aachener Stadtbild ist diese Erinnerung unter anderem durch die 43 dezentralen Tafeln der „Wege gegen das Vergessen“ sowie durch das dezentrale Mahnmal der mittlerweile über 150 Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig präsent. Beide Formen des Gedenkens sind Ergebnisse gesellschaftlicher und kommunaler Aushandlungsprozesse in Aachen, wie sie in ähnlicher Weise auch in vielen anderen deutschen Städten stattgefunden haben. Zugleich unterliegt Erinnerungskultur einem kontinuierlichen Wandel – aktuell geprägt durch Digitalisierung, veränderte Rezeptionsgewohnheiten und das allmähliche Verschwinden der direkten Zeitzeugenschaft.
