Der Abstimmungsausschuss im Rat der Stadt hat Dienstag, 12. März, die Richtigkeit des Abstimmungsergebnisses vom Sonntag zum Bau der Campusbahn festgestellt. Einziger Tagesordnungspunkt des unter Vorsitz von Stadtdirektor Wolfgang Rombey im Sitzungssaal des Rathauses zusammen getretenen Gremiums war die Feststellung des endgültigen Ergebnisses: Der Ratsbürgerentscheid ist mit NEIN entschieden. 54 841 Abstimmungsberechtigte hatten auf die Frage „Sind Sie für den Bau der Campusbahn“ mit NEIN gestimmt, 27 825 mit JA. Die Beteiligung an der Abstimmung lag bei insgesamt 43 Prozent. (Quelle: http://www.aachen.de/DE/stadt_buerger/politik_verwaltung/pressemitteilungen/campusbahn2.html)

Wat woer dat für ene Hickhack!

Man entschuldige bitte mein schlechtes Platt, ich bin zwar seit ich auf der Welt bin in unserer schönen – manchmal nerfenden – Stadt beheimatet, aber Platt schreiben kann ich noch schlechter, als ich es spreche.

Nun gut, kommen wir zurück zum Thema: Campusbahn.

Als bahnbrechend, neu, ökologisch sinnvoll, ja schlicht als die Lösung schlechthin für Aachens Verkehrsproblem wurde sie uns verkauft. Bahnbrechend, ja, denn, wir erinnern uns doch noch alle (ich bin jedenfalls noch mit ihr gefahren, der Tram, damals, Anfang der 70er), dass Aachen schon einmal eine Tram hatte. Die Schienen lagen mitten auf der Trierer Straße, bzw. dem Adalbertsteinweg. Es war ein Erlebnis damit zu fahren, es rappelte, knackte, es war toll. Und was war das für ein "Hantier" als die Busse eingeführt wurden? Die Schienen mussten raus"operiert" werden aus der Hauptverkehrsader, es wird bestimmt damals so chatotisch gewesen sein, wie es uns auch jetzt gedroht hätte.
Ökologisch sinnvoll, ja, da geh ich d'accord, denn: Elektrofahrzeuge sind cool, da beißt die Maus kein Stromkabel ab, und im Zeitalter der Energiewende muss man was tun. Doch bitte nicht so, wie es hier versucht wurde.
Die Lösung des Aachener Verkehrskollaps, den ich tagtäglich wenn ich zu Fuß unterwegs bin, sehen kann, der mir life und in Farbe erzählt wird muss auch anders gehen.

Der erste Bauabschnitt sollte gehen von Brander Marktplatz bis Kaiserplatz. Nun ist es ja so, dass diese zwei Punkte eigentlich nur auf dem kürzesten Weg über Trierer Straße / Adalbertsteinweg erreichbar sind, und wir alle wissen, wie es dort aussieht. 2 Spuren je Richtung, jede Menge kleine Shops rechts und links. Und – wenn dort gebaut wird, sterben diese Shops, wie schon sichtbar war beim Bau der Aachen Arkaden, bei den – auch zuletzt noch durchgeführten – Fahrbahnerneuerungen, die sich mittlerweile bis Brand "heraufgefressen" haben.

Dies wurde uns als Innovation verkauft. In der Tat wäre es eine gewesen, denn das Arbeitsamt hätte wieder neue Kunden bekommen.

Gut, nun ist es ja nicht so gekommen.

Doch was kann man tun?

Ich hätte da so ein bis zwei Ideen, dass Aachen sich als innovative Stadt, als Heimat der Denkfabrik Deutschlands mal dazu druchringt, den Bau von Elektrofahrzeugen noch mehr zu fördern und zum beispiel seine Stadtfahrzeugflotte damit ausstattet.. dass die Car-Sharing-Projekte noch mehr gefördert werden bzw. dort v eben nur E-Autos angeschafft werden, oder, wenn man die Autos per sé aus der Stadt heraushalten will, ganz einfach Radmietstationen einrichtet. Kostenlose Shuttelbusse wären eine Alternative, oder wie es in England gang und gäbe ist, eine Stadtmaut. Gut, das würde den Autofahrern wiederum nicht gefallen, aber, dann wären eben nur noch gewisse Fahrzeuge in der Stadt unterwegs, oder eben gar keine mehr. Fahrradrikschas wären auch eine Idee, aber das ist wohl – außer für Mamas oder Papas, die ihre Kiddies durch die Gegend per Muskelkraft durch die Gegend ziehen – oder radeln, nicht drin. Aber, das sollte Thema eines anderen Artikels sein.

Es gibt aber noch eine andere Lösung:

Den Busverkehr zu verbilligen, anstatt die Tickets jedes Jahr zu erhöhen. Auch über die Einführung einer +40 und +50 Karte wäre nachzudenken, oder die Einführung eines "Hausfrauentickets"

Nun ja, warten wir ab, was unsere Stadtväter und -mütter als nächstes auf dem Plan haben. Interessant wird es bestimmt noch werden, denk ich da an das noch zu bauende Einkaufszentrum am Kaiserplatz..wenn ich mir allein das Chaos vorstell, was dort auf uns zukommen wird (man denke an die zu bauende Tiefgarage) bin ich recht froh, dass uns die Campusbahn erspart geblieben ist.

Liebe Grüße!
L. Siemons